Kategorie: Outside FSG

Packaging Praktikum in London

3 Wochen lang war ich in London und habe dort im schönen Notting Hill in einer Packaging und Branding Agentur gearbeitet.

Ich gehe den dualen Weg an der FSG und mache somit während der Ausbildung Praktika.

Da ich gerne ins Ausland gehen wollte, habe ich mich selbstständig bei vielen Agenturen in England beworben und hatte schließlich im November 2017 ein Vorstellungsgespräch in London, welches ich mit einem Urlaub dort kombiniert habe.

Dort wurde mir dann ein dreiwöchiges Praktikum für Anfang 2018 angeboten.

Wieder zuhause buchte ich sofort Flüge und ein Airbnb-Zimmer in der Nähe der Agentur. Ich muss dazu sagen, dass ich mir alles selbst finanziert habe. Ich habe im Voraus viel gearbeitet und gespart, da ich unbedingt nach London wollte.

Und das hat sich auch gelohnt.

Das Praktikum war super, die Agentur Cartils hat hauptsächlich Kunden für Getränke-Verpackungen. Von Eistee über Bier bis Wodka. Das Team besteht aus 8 Designern und ich habe von allen super viel gelernt und gutes Feedback zu meinen Arbeiten und Ideen bekommen. Ich habe vom ersten Tag an richtig mitgearbeitet, ingesamt habe ich in 3 Wochen auf 3 Projekten gearbeitet, darunter 2 Pitches (Neukunden) und ein alter Kunde, bei dem ein Produkt ein neues Design bekommen sollte.

Meine Aufgaben waren zum Beispiel das Erstellen von so genannten „Story-Moodboards“, welche die Stimmungs- und Geschmackswelt eine Produktes verdeutlichen sollen. Ich habe auch viele Layout-Ideen für eine Bierdose gezeichnet und später in Illustrator digitalisiert und in Mock-Ups geladen.

Auch das Umfeld war cool, die Kollegen waren sehr nett und wir waren zwei mal nach der Arbeit zu einem „After-Work-Drink“ im Pub. In der Küche konnte man sich was zu essen zubereiten oder mittags auf den Portobello Road Market um die Ecke gehen.

https://www.instagram.com/cartils/

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Spiegelreflexkamera Gretchenfrage

 

So fing es an

Als ich mir damals ernsthaft diese Frage stellte, war ich 20 Jahre jung. Diese Angelegenheit becshäftigte mich zwei Wochen vor Beginn meiner FSG Ära. Ich haute meine Eltern an und beschwichtigte, dass ich dringend eine Spiegelreflexkamera für mein Studium bräuchte. Mein einziger Aufhänger waren lediglich schöne neue Profilbilderselfies mit verwischtem Hintergrund von mir zu schießen oder meinen Freunden zu schreiben: „Hast du Lust, morgen am See schöne Fotos mit mir zu machen?“. Und ich würde die Kamera haben und die Speicherkarte und müsste nicht 2 Wochen warten, bis man mir die dämlichen Bilder endlich rüberwachsen lässt. Ich würde am längeren Hebel sitzen und ungeduldige Nachrichten bekommen. Hah. Dachte ich. Wäre das schön.

Knöpfe sind super

So kam’s dann auch. Kaum ne Woche später fand ich mich mit meinen Eltern im Saturn wieder und lies meine gierigen Finger über jedes Modell streichen. Töricht nahm ich einige in die Hand und drückte willkürlich Knöpfe in der Hoffnung… keine Ahnung, welche Hoffnung, ich drück einfach nur gerne beliebig irgendwo rum.

Verkäufer*innen verkaufen gern teure Geräte

Baldig kam dann ein Saturnmitarbeiter und fragte, ob er helfen könne. Ich sagte ja und teilte mit, dass ich eine gute, möglichst günstige Spiegelreflexkamera bräuchte, da ich ja demnächst „professionell“ damit arbeiten würde. Er führte mich im Kreis und schließlich zum Canonbreich. Dort erklärte er mir ein Modell, das dezent über’m Budget lag. Aber sie hatte Touch! Wie fortschrittlich, dachte ich. Touch! Da konnte man auf dem Bildschirm rumdrücken, wie geil ist das denn. Er erklärte noch ein paar andere, aber ich hatte mich verliebt und hörte nicht mehr zu. Lieber wollte ich den Rest des Tages meine Fingerkuppen auf diesen kleinen Bildschirm drücken.

Lass dich nicht lumpen!

Lange Rede, kurzer Sinn, wir haben sie gekauft, dann hat er uns noch ne saftige Versicherung aufgedrückt, was ich im Nachhinein nicht empfehlen kann. Das Ding ist mir noch nie runtergefallen, wie soll es auch. Es hat ein Band zum um den Hals legen, da kann nichts passieren. Da waren 250 Euro in die Luft geschossen. Also lerne aus meinem Fehler und sei bitte nicht so und schaff dir für jeden Kram ne Versicherung an. Das ist in 90% der Fälle Geldverschwendung. Ich weiß, du hast da dein Sicherheitsbedürfnis und das ist ja echt ein tolles Angebot und bestimmt völlig uneigennützig von der Marktkette. Ich hab meine Kamera jetzt schon zwei Jahre (das ist fast so lange wie die Versicherung hält) und die ist mir nicht ein einziges Mal auf den Boden, ins Klo oder sonst wohin gefallen. Also lass dich nicht lumpen!

Funktionen sind wichtig

Schließlich zu Hause angekommen fotografierte ich alles, was nicht bei 3 auf den Bäumen war. Mama mit Augenringen und Speckrollen auf der Couch. Papa mit dem Finger im Ohr auf der Treppe. Alles hab ich abgelichtet, ganz klassisch im Automatikmodus. Ich empfehle dir, dich so bald wie möglich mit den Funktionen deiner Kamera auseinanderzusetzen. Schau dir Tutorials an oder lies dir Beschreibungen durch. Lass das mit dem Automatikmodus sein. Es macht viel mehr Spaß manuell zu fotografieren und bewusst Knöpfe zu drücken. Es entstehen viel bessere Bilder und du hast die Möglichkeit mit dem Licht zu spielen. Auf den Gedanken bin ich leider erst 1,5  Jahre später gekommen.

Ich komme zu folgendem Schluss

Lass dich auch niemals von Touch beeindrucken. Der stellte sich im Laufe der Zeit als Nervkram heraus. Ich benutze den sehr, sehr selten und sehr, sehr häufig mache ich ungewollte Bilder mit meinem Bauch, weil der Bildschirm immer direkt dagegen baumelt, wenn ich das Band der Kamera um meinen Hals trage. Das haut nur den Speicher voll. Ich weiß, man kann den ausschalten. Mysteriöserweise kann mein Bauch den aber anmachen. Wenn die Kamera, über die du nachdenkst, also technisch super gut ist und das einzige Manko die fehlende Touchfunktion ist, dann vergiss die Touchfunktion.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum mir 2D nicht genug ist!

Ein Statement über die Vorzüge von Digital 3D

Als ich nach dem Abitur meinem Kunsttutor erzählte, dass ich bei der Freien Schule für Gestaltung angenommen wurde, reagierte er nicht so wie ich es erwartet hatte. Natürlich freute er sich für mich und gratulierte mir. Aber er meinte auch, es sei eine Verschwendung, wenn ich nicht mit meinen Händen (mit anderen Worten in 3D) arbeiten würde. Knapp zwei Jahre später weiß ich mittlerweile, was er damit meinte.

Heute verbringe ich praktisch jede Minute neben der Uni damit, zuhause mit verschiedensten Materialien plastisch zu arbeiten, und beginne sogar, damit Geld zu verdienen (zumindest in kleinen Summen.) Doch nicht nur analoges 3D reizt mich, sondern auch digitales. Diese Faszination lässt sich wohl auf meine langjährige Faszination für Videospiele und bildgewaltige Filme erklären. Allerdings habe ich über die Jahre nie selbstständig den Schritt in Programme wie Cinema 4D oder Blender gewagt. Denn entweder der Preis oder die Angst vor Enttäuschung haben mich ferngehalten.

Die ganze Situation hat sich in den letzten Wochen jedoch geändert, denn mittlerweile bin ich im Besitz der Studentenversion von Cinema 4D. Jeden Freitag sitze ich jetzt einem Kurs, in dem mir eben dieses beigebracht wird. Jetzt bereue ich, dass ich damit nicht schon vor Jahren angefangen habe. Wer weiß, was ich dann jetzt schon könnte.

Es ist wohl relativ offensichtlich, dass mich das dreidimensionale Arbeiten mehr reizt als zweidimensionales. Daher möchte ich nun erklären, warum das so ist und warum ich der Meinung bin, dass sich die FSG trotzdem für mich lohnt.

1. Man hat was in der Hand!

Gleich der erste Punkt scheint sich nur auf analoge Arbeit zu beziehen. Denn es gibt nichts Schöneres als eine fertige Arbeit hochzuheben und die zuvor in stundenlanger Arbeit entstanden Vertiefungen und Erhebungen sowie kleine Unreinheiten oder perfekt glatte Flächen zu spüren. Allerdings meine ich mehr als die reine Haptik der Arbeiten. Auch im Digitalen lassen sich Objekte in alle Richtungen drehen und wenden, sodass man alles aus jedem erdenklichen Winkel betrachten kann. Diese Feststellung scheint zunächst recht banal. Doch wer nur mit dem Stift auf Papier oder eben dem Zeichenpad in Photoshop gearbeitet hat, wird nie nachvollziehen können, wie es sich anfühlt, seine Arbeit aus der zweiten Dimension losgelöst vor sich zu haben. 

2. Ein ganz neuer Blick für Details!

Dieser Punkt ist für einige vielleicht sogar eher abschreckend, denn ein 3D Objekt ist immer aufwändiger als sein 2D Pendant. Der Grund ist relativ offensichtlich, denn wenn man seine Arbeit von jeder Seite betrachten kann, muss man auch jede Seite gestalten und nicht nur den Teil den man sieht. Das dauert zwar länger, aber dafür fördert man seinen Blick für Details und seine Geduld. Außerdem ist man am Ende noch stolzer auf die Früchte seiner Arbeit.

3. Ein hoch gefragter Beruf!

Ich persönlich möchte später Charakter- und Kreaturen-Designer werden und somit im Berufsleben analoges und digitales 3D Design verbinden. Aber vor allem Kentnisse in letzteren eröffnen Berufsmöglichkeiten in quasi allen kreativen Bereichen. Denn „Digital 3D“ ist überall und wird auch überall gebraucht. Die Bereiche, die einem wohl direkt einfallen, sind die boomende Videospielbranche und Hollywoods Filmindustrie, aber digital 3D ist überall. Kein Werbeclip scheint heutzutage ohne dreidimensionale Elemente auszukommen. Und selbst in der Medizin ist es mittlerweile gang und gäbe. Damit sind die Berufschancen im Verhältnis zu anderen Designbereichen verhältnismäßig gut und man ist Teil einer immer weiter wachsenden Branche. 

4. Ein gut bezahlter Beruf!

Ja, ich weiß, Geld sollte eigentlich keine Rolle spielen, wenn der Beruf einem Spaß macht. Aber wenn der Beruf schon gut bezahlt ist, warum nicht auch darüber reden? Grundsätzlich gilt natürlich, wie in jedem Beruf auch, man muss das gewisse Etwas mitbringen und die richtigen Leute kennen. Aber ein klarer Vorteil des 3D’s ist, wie abstrakt es scheint. Jeder hat zumindest als Kind gezeichnet und obwohl ein 2D Künstler natürlich von seiner Arbeit leben kann, ist es vielen (vor allem plastischen) 3D Künstlern, auch mit im Vergleich schlechteren Arbeiten, möglich, das gleiche, wenn nicht sogar mehr Geld zu verdienen. Denn Kunden können oft den Arbeitsaufwand oder auch die Qualität nicht einschätzen oder überschätzen sie. Dazu kommt die geringere Dichte an 3D Künstlern und das Ergebnis ist oft ein überraschend rentabler Beruf. 

Ich hoffe, dass ihr, wenn ihr diese Stelle des Textes erreicht habt, nachvollziehen könnt, was mich an der Welt des 3Ds so reizt. Allerdings verstehe ich auch, wenn sich so mancher jetzt fragt: „Was machst du dann an der FSG?“ Diese Frage ist auch sicherlich berechtigt und gelegentlich stelle ich mir diese Frage auch. Aber dann denke ich darüber nach, was ich in den letzen anderthalb Jahren an dieser Schule gelernt habe und realisiere, dass ich für den Moment hier genau richtig bin. Ob es nun die Planung von Projekten in Illustrator und Photoshop ist oder die grundlegende Selbstvermarktung durch die Erkentnisse eines Marketingkurses oder ein gutes Portfolio aus dem gleichnamigen Kurs: es gibt Inhalte und Wissen, das man braucht, wenn man allein von seiner Kreativität leben möchte. Und auch wenn es mich oft reizt, Indesign zu schließen und Cinema 4D zu öffnen, erinnere ich mich daran, dass ich dieses Wissen und damit auch die FSG brauche, um später Erfolg haben zu können.

Auf Umwegen zur FSG

Heute folgen wir dem Weg in rosa.

Der Weg zur FSG kann sehr gradlinig sein. Aus der S-Bahn direkt in den Bus, aus dem Bus direkt in den Unterricht und die Außenwelt irgendwo zwischen Spotify und Instagram vergessen lassen. Aber Wilhelmsburg hat viel zu bieten und ist es wert, auch abseits der schnellsten Route, einmal erforscht zu werden. Im ersten Teil unserer “Auf Umwegen”-Reihe, gucken wir uns einmal die Geheimtipps auf dem Weg zur FSG an.

Unser erster Ausgangspunkt startet an der S-Bahnstation Veddel. Veddel ist der erste Stopp nach dem sogenannten “Sprung über die Elbe” und ausgerechnet für eingesessene Hamburger ein Sprung, der sich nicht selten anfühlt wie eine halbe Weltreise. Immerhin liegt für Hamburger dort, südlich der Elbe, bereits das leicht verhasste Bayern. In der Realität stellt sich diese Weltreise aber schnell als fünf minütige S-Bahnfahrt heraus, deren Ziel nicht Bayern, sondern Hamburgs vielleicht aufregendster Stadtteil ist. Willkommen auf den Schleichwegen von der S-Veddel! Um den Weg auf der Karte zu folgen, heftet euch einfach an die rosa Linie.

1.  Ein sehr kleiner großer Kiosk am Veddeler S-Bahnhof

Wilhelmsburg, das ist auch der Hamburger Stadtteil mit der vielleicht höchsten Kioskdichte. Generell scheint die unternehmerische Kreativität in Wilhelmsburg doch schneller Grenzen zu finden, als es für einen guten Businessplan wohl von Vorteil wäre. So reiht sich Dönerladen an Dönerladen, eine Spielhalle an die nächste und eben Kiosk an Kiosk. Doch selbst in diesem lokalen Powerwettbewerb sticht dieser Kiosk irgendwie heraus.

Er ist so klein, dass mehr als drei Kunden schon eine chronische Überforderung an die vorhandene Quadratmeterzahl stellen und ist doch so gut bestückt, dass es kaum einen besseren Ort gibt, um den morgendlichen Blues mit Cappuccino, einer riesigen Auswahl an belegten Brötchen und einem beherzten Griff ins Süßigkeitenregal zu stillen.


2.  Der Deich

Summer in da city, ist auch summer on da Deich. Der Deich gehört zu den vielleicht schönsten Dingen auf dieser Strecke. Früher Teil des Hamburger Zollfreigebietes und ehemals komplett abgeriegelt, ist dieser seit der Aufhebung des Freihafens auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Ihn einmal erklommen, lässt schweift der Blick über die Hamburger Silhouette mit Elbphilharmonie, Michel und Hafen, während sich direkt gegenüber das geschäftige Treiben der Containerabfertigung abspielt.

Gerade im Sommer lädt der Deich förmlich zum Verweilen und Gedanken schweifen lassen ein, während sich neben einem der Geruch von Grillkohle und die sympathisch kratzigen Klänge einer, eventuell etwas zu günstigen, Bluetoothbox in der Luft verteilen. Gerade der Sonnenuntergang ist spektakulär und zum Bier Trinken, Grillen oder einfach Sonne Tanken ideal. Und das Beste, der Deich liegt wirklich direkt auf dem Weg zur FSG. Wem der 13er einmal zu wuselig werden sollte, dürfte hier mit einem 15 minütigen Spaziergang mehr als belohnt werden.


Das CUCCO

3.  CUCCO

BIER! BIER! BIER! Dieser Kiosk hat sie wirklich alle. Craftimporte aus den Niederlanden, Belgien oder Frankreich, bis hin zum “Naja…hauptsache Bier”-Paderborner. Wer gutes Bier liebt, ist hier an der richtigen Adresse. Das CUCCO bezeichnet sich selbst als Spirituosengeschäft und während diese Beschreibung nicht völlig daneben liegt, ist es im Kern doch eher ein seltsam eleganter Mix aus Kiosk, Bierkulturladen, eingerahmt in die Fachwerkfassade eines ehemaligen Fahrradgeschäftes.

Generell lässt sich sagen, wenn das latent angentrifizierte Wilhelmsburg im Jahr 2018 ein Geschäft wäre, es wäre dem CUCCO nicht unähnlich. Und das ist nicht zwangsläufig negativ zu bewerten. So wie Wilhelmsburg selbst ist das CUCCO ein Ort, ähnlich wie Schwester Kumpir, an dem jeder etwas für sich finden wird.


4.  Schwester Kumpir

“Für dich auch?” ist die erste Frage, die einem entgegen schwirrt, sobald man die Tür zur Schwester Kumpir aufmacht. Etwas verdutzt stolpert einem ein “Äh…ja!” heraus, während vor einem bereits die ersten Butterflocken den Weg in die Kartoffeln finden. Eigentlich gibt es nur eine Beschreibung für dieses Restaurant – sehr sympathisch. Es fühlt

sich an wie ein Wohnzimmer mit angeschlossenem Kumpirofen. Die Auswahl an Kumpirvariationen ist enorm, frisch und vor allem günstig. Wem gerade nicht nach gestampfter Kartoffel zumute ist, kann sich auch an den sehr guten belgischen Waffeln probieren oder einfach mit dem Kaffee in der Hand dem Treiben auf der Straße zugucken. Schwester Kumpir ist irgendwie für jeden. Ein wirklich toller Ort für die Pause zwischen FSG und Arbeitswelt.

Bäckerei Kismet

5.  Bäckerei Kismet

Wer sich nicht gerade einer der diversen Low-Carb-Diäten angeschlossen hat, für den ist dieser Abstecher ein must do. Vierundzwanzig Stunden am Tag wird hier eine Bandbreite an türkischen Backspezialitäten produziert und für wenig Geld, läßt sich durch das kleine Glasfenster praktisch jeder Traum

aus Gluten erfüllen. Vom türkischen Fladenbrot, über handgemachte Börek, arabischen Baklava, bis hin zu Produkten, von deren Existenz wir bisher nicht einmal geahnt hatten. Einfach mal vorbeigucken, wild mit dem Finger auf etwas zeigen und überraschen lassen.


Die wilde 13

6.  Die wilde 13

Die wilde 13. Ihr wurden Filme, Bücher und dank chronischer Überfüllung vermutlich auch diverse Flüche gewidmet. Die 13 oder auch Metrobuslinie 13, ist die Halsschlagader, die ganz Wilhelmsburg miteinander verbindet. Sie führt von der S-Bahnstation Veddel über den Reiherstieg, S-Wilhelmsburg bis hinunter nach Kirchdorf. Wer sich fragt, wieso auch wir einer Buslinie einen ganzen Absatz widmen – nun, der dürfte noch nie mit dem “13er” gefahren sein.

Jede Fahrt mit der 13 ähnelt einer UN-Hauptversammlung. Menschen aus allen Ländern und Kulturrichtungen sitzen hier zusammen und kommen mal besser, mal schlechter miteinander aus. Es gibt eigentlich kaum einer Fahrt, in der sich nicht etwas Witziges, Aufregendes oder schlicht Neues vor einem abspielt. Es gibt noch diverse andere Methoden, um sich in Wilhelmsburg fortzubewegen, aber die 13 ist mit Abstand die spannendste.



Dieser Artikel ist eine Kooperation von Taufiq Klinkenborg, Max Czwordon und Pascal Hokenholz